Mainzer Busfahrerqualifizierung macht Schule: Projektumsetzung jetzt in Koblenz

PRESSEMITTEILUNG

Mainz, Koblenz. 21.01.20 - Zwischen 2016 und 2018 gelang es dem IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz in einem bis dato beispiellosen Projekt in Kooperation mit der Mainzer Verkehrsgesellschaft MVG Geflüchtete zu Busfahrern zu qualifizieren. In der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz wurde jetzt ein ähnliches Projekt vorgestellt, bei dem der IQ Partner ARBEIT & LEBEN seine Erfahrungen aus der Mainzer Busfahrerqualifizierung beisteuert.

Schätzungsweise 200 Busfahrerinnen und Busfahrer fehlen in der Region Mayen-Koblenz. Abhilfe schafft nun ein Projekt des Jobcenters Mayen-Koblenz in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) und den regionalen Busunternehmen: Menschen, die Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben, werden innerhalb von vier bis zwölf Monaten zu Busfahrern ausgebildet.

Impulse für das Konzept gab das 2016 gestartete IQ Modellprojekt „Brücke in den Arbeitsmarkt” in Mainz, wodurch bis heute knapp 30 Geflüchtete zu Busfahrern qualifiziert wurden. Großen Anteil an der erfolgreichen Durchführung hatte ARBEIT & LEBEN: Der Bildungsträger hatte als Projektpartner des IQ Netzwerks Rheinland-Pfalz einerseits den Auftrag, das ÖPNV-Unternehmen Mainzer Mobilität bei der Integration der Geflüchteten zu beraten. Andererseits wurden die Teilnehmenden der Qualifizierung sprachlich und fachlich begleitet, damit sie die Führerschein- und die IHK-Prüfung bestehen und zudem vorbereitet werden auf die Herausforderungen ihres neuen Arbeitsumfeldes. Das Modellprojekt wurde 2018 mit dem Weiterbildungspreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Netzwerk und Transfer

Schon 2018 wurde das Jobcenter Mayen-Koblenz, das ebenfalls Partner im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz ist, aufmerksam auf das „Brücke-Projekt“. Zusammen mit dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) informierte man sich bei ARBEIT & LEBEN über die Herausforderungen und Chancen dieser Qualifizierung und trieb den Start des Projekts in der eigenen Region voran. Seit März 2019 finden nun regelmäßige Treffen der Steuerungsgruppe, bestehend aus Jobcenter, VRM und ÖPNV-Unternehmen der Region, statt. ARBEIT & LEBEN ist stets dabei, berät und begleitet die Akteure bei der Umsetzung der Busfahrerqualifizierung. Seit Beginn des Projekts konnten bereits sieben von 17 Teilnehmern in Arbeit vermittelt werden. 50 weitere geeignete Personen sind an der Ausbildung interessiert, darunter auch viele Geflüchtete. Ziel ist es, bis Ende 2021 rund 200 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Busunternehmen in der Region zu finden, um den Fachkräftebedarf zu decken und die vielfach beschworene Verkehrswende zu schaffen.

Doris Hormel, IQ Projektverantwortliche bei ARBEIT & LEBEN, weiß aus Erfahrung, worauf es ankommt, damit das Projekt gelingt und auf weitere Nachahmung stößt. „Alle sind gefragt. Jobcenter, Betriebe und ihre Mitarbeitenden sowie diejenigen, die an der Qualifizierung teilnehmen und letztendlich auch die Fahrgäste. Es sind Prozesse des Zusammenwachsens, die Zeit brauchen und Geduld und Toleranz erfordern.“

Ulrike Pingel, Koordinatorin des IQ Netzwerks Rheinland-Pfalz, freut sich, dass die Qualifizierung, die zunächst für Geflüchtete entwickelt wurde, nun ausgeweitet werden konnte auf Arbeitssuchende mit und ohne Fluchtgeschichte. „Genau das ist eine der Aufgaben unseres Netzwerks: Ideen entwickeln, Konzepte erfolgreich umsetzen und sie transferieren, damit auch andernorts Menschen von den Angeboten profitieren.“

Weitere Informationen finden Sie unter: iq-rlp.de

Foto: Kreisverwaltung Mayen-Koblenz/Morcinek