Berufliche Orientierung und Qualifizierung für Migrant/innen

2007 bot ARBEIT & LEBEN gGmbH in Kooperation mit dem Jobcenter Mainz eine berufliche Orientierungs- und Qualifizierungsmaßnahme für erwachsene und jugendliche Migrant/innen an.

Als interkulturelles Stadtteilprojekt von ARBEIT & LEBEN erreicht das Neustadt-Projekt mit seinem niederschwelligen Angebot in der Mainzer Neustadt (ca. 30% Migrant/innenanteil) eine große Zahl von Migrantinnen und Migranten, die nahezu keine weiteren beruflich-sozial fördernden Einrichtungen und Institutionen in Anspruch nehmen. Für Jugendliche und Erwachsene mit Migrationshintergrund gilt das Neustadt-Projekt als eine Anlaufstelle in Fragen der Unterstützung und Beratung für soziale, rechtliche und berufliche Orientierung und Integration. Hier finden sie Unterstützung teilweise in Muttersprache durch Multiplikator/innen migrantischer Herkunft sowie die Solidarität anderer Betroffener.

Durch unsere langjährige Arbeit hat sich ein zentrales Problem für Migrant/innen, einen beruflichen Einstieg zu finden, herauskristallisiert. Die Hindernisse auf dem Weg zu ihrer beruflichen und damit auch gesellschaftlichen Integration liegen häufig bei der Bewältigung punktueller Anforderungen im Kontext des Berufswahlprozesses, die sich in einer Vielzahl individueller Anfragen auf konkrete Unterstützung ausdrücken.

Ziele
Mit der Maßnahme sollten die beruflichen Chancen und Voraussetzungen von Migrant/innen für den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt nachhaltig verbessert werden. Angestrebt wurde für die Teilnehmer/innen dabei:

  • die Verringerung der Defizite in den Bereichen Sprache, EDV, Bewerbung, Selbstwertgefühl
  • der Abbau von Schwellenängsten gegenüber beratenden und fördernden Einrichtungen
  • die Klärung von beruflichen Zielsetzungen und Berufswahlprozessen
  • die Aktivierung der sozialen und beruflichen Potentiale der MigrantInnen
  • die Befähigung der Teilnehmenden zur Selbsthilfe
  • die Erweiterung der Kenntnisse über Bewerbungsverfahren und Arbeitswelt
  • die Ermöglichung praktischer Erfahrungen in der Arbeitswelt
  • die Bewältigung von Anforderungen im Berufswahl- und Berufsfindungsprozess
  • Lobbyarbeit für die Anerkennung von Zeugnissen aus den Herkunftsländern

Ergebnisse
Wie Rückmeldungen in Evaluationsgesprächen zeigten, konnten mit der durchgeführten Maßnahme erhebliche Erfolge und Fortschritte bei den teilnehmenden Migrant/innen erzielt werden, wobei es auch (teilweise erwartete) Schwierigkeiten bei der Arbeit mit den Teilnehmer/innen gab. Die Teilnehmer/innen zeichneten sich sowohl durch kulturelle Vielfalt als auch durch unterschiedliche Sprachkompetenzen in Deutsch, unterschiedliche Vorbildung und verschiedene Beweggründe für die Teilnahme an der Maßnahme aus. Trotz der Schwierigkeiten ist es gelungen, erstens die fachlichen Defizite der Teilnehmer/innen in den Bereichen Sprache, EDV, Infrastrukturkenntnisse, Bewerbung im Kontext von Arbeit und Ausbildung erheblich zu verringern. Zweitens führte die Maßnahme bei den Teilnehmer/innen zu einer Klärung ihrer persönlichen und beruflichen Zielsetzungen und stärkte ihre Motivation und Selbstbewusstsein diese mit verstärkter Eigeninitiative zu verfolgen. Zum dritten konnten die Teilnehmer/innen durch die Maßnahme wichtige Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln und für ihre beruflichen Perspektiven hilfreiche Kontakte zu Institutionen (z.B. Kenntnisse über Hilfsangebote) und Organisationen knüpfen. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, müssen solche Maßnahmen regelmäßig angeboten werden.

Laufzeit
01.01.2007 - 31.12.2007

Förderer
Europäischer Sozialfonds
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz
Stadt Mainz
Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration

 

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