Albanien

Ein Land mit schwerer Vergangenheit und ungewisser Zukunft

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Albanien ist für viele immer noch ein relativ unbekanntes Land, auch deshalb, weil es kaum öffentliche Aufmerksamkeit genießt. Dies war schon vor seiner Gründung im Jahre 1912 der Fall und hat sich bis heute nur wenig geändert. Was also ist Albanien für ein Land?

Ein Land mit bewegter Geschichte – und großer Gastfreundschaft

Es ist ein Bergland mit einem fast 400 km langen Küstenstreifen, das im Norden von Montenegro und im Süden von Griechenland begrenzt wird, nur ein Katzensprung vom südlichen Italien entfernt ist und kaum 3 Millionen Einwohner hat, von denen nahezu ein Drittel im Großraum Tirana lebt.

Es ist ein Land, das 500 lange Jahre zum Osmanischen Reich gehörte, aber seit 2009 die Mitgliedschaft in der Europäischen Union anstrebt, bisher allerdings vergeblich, weil es wie kaum ein anderes Land in Europa unter Korruption, Drogenhandel, Geldwäsche und organisierter Kriminalität leidet.

Es war das einzige von deutschen Truppen besetzte Land, in dem am Ende des 2. Weltkriegs mehr Juden lebten als zu Beginn, weil das seit altershergeltende Gebot der Gastfreundschaft alle Albaner*innen, Muslime wie Christen, dazu verpflichtet, jeden Fremden, jeden Gast und jeden Schutzsuchenden aufzunehmen und ihm Obhut zu gewähren. So wurde Albanien zum Zufluchtsort für Tausende von Juden.

Es ist ein Land, das nach dem 2. Weltkrieg unter der Willkür seines paranoiden Diktators Enver Hoxha litt, sich unter seiner Knute fast ein halbes Jahrhundert von der Welt abschottete und nach dem Zusammenbruch des Regimes zu den drei ärmsten Ländern der Welt gezählt wurde, weil seine Bewohner außer Maisbrot und ein paar Tropfen Öl nichts mehr zu essen hatten.

Aktuelle Herausforderungen

Auch wenn die Armut im Land in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich gesunken ist, ist die Kluft zwischen Arm und Reich weiter gewachsen, weil ein Zehntel der Albaner*innen kein Ein- und kein Auskommen hat, während gleichzeitig die „Rich Kids of Tirana“ mit ihrem Reichtum und dem ihrer Eltern protzen, ohne dass jemand danach fragt, woher dieser Reichtum stammt.

Es ist ein Land der religiösen Toleranz, in dem zunächst die Christen die Mehrheit stellten und spätere - unter osmanischem Einfluss - die Muslime, ohne dass es je zu religiösen Spannungen gekommen wäre. So ist es bis heute geblieben, auch wenn mit türkischem Geld in Tirana mittlerweile die größte Moschee des Balkan gebaut wurde.

Es ist ein Land, in dem die Menschen die Berge und Randgebiete verlassen, um ein besseres Leben in Tirana zu suchen, jene Stadt die einst als „Stadt der Minarette und der Klugheit“ bezeichnet wurde, dann als „Stadt der Farben“ und heute als „Stadt der Türme“ gilt, weil in ihrem Zentrum die Zahl der Wolkenkratzer ebenso schnell wächst, wie die Zahl der Stadtbewohner.

Es ist ein Land, das gerade von Touristen entdeckt, aber von seinen Einwohnern, vor allem von den Jungen, verlassen wird, weil sie für sich keine Perspektive sehen. 50% der Albaner*innen zwischen 16 und 29 Jahren tragen sich mit dem Gedanken auszuwandern.

Das alles und noch viel mehr ist Albanien, das Land Ismael Kadares, der in vielen Romanen und Erzählungen sein Land und seine Landsleute, deren Geschichte und Gegenwart so eindrücklich und anschaulich beschrieben hat, dass man eine Vorstellung von Albanien bekommt, ohne selbst dort gewesen zu sein. Aber das wäre nur der erste Schritt. Um das Land wirklich zu begreifen, muss man es mit eigenen Augen sehen und mit möglichst vielen Albanerinnen und Albaner reden. Das wollen wir tun.

Das erwartet Sie u.a.:

  • Vielfältige Informationen zur Geschichte, Politik und Kultur Albaniens
  • Interessante Begegnungen mit staatlichen Repräsentant*innen und gesellschaftlichen Akteuren
  • Eine Führung zur städtebaulichen Entwicklung Tiranas
  • Eine Tagesreise nach Beirat, der Stadt der 1000 Fenster, die zu den Weltkulturstätten des Landes gehört
  • Verschiedene Museumsbesuche in und außerhalb Tiranas.

Albanien

Kursnummer: 7287
Datum: 17.09. – 23.09.2023 (7 Tage)
Bitte anmelden bis: 09.07.2023

Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht – Sie können sich zur Warteliste anmelden.

Ort

Tirana, Albanien

Zielgruppe

Arbeitnehmende, Auszubildende, thematisch Interessierte

Gruppengröße

Min. 8 bis max. 15 Teilnehmende

Leistungen
  • 6 Übernachtungen im DZ bzw. EZ, Frühstück, 1 Abendessen
  • Programmkosten (Führungen, Vorträge, Eintritte etc.)
  • Fahrtkosten vor Ort
Auskunft

Zweigstelle Rheinhessen-Nahe (Mainz) – Abt. Arbeit und Bildung Arbeit und Leben gGmbH Hintere Bleiche 34
55116 Mainz
Postanschrift: Postfach 2942, 55019 Mainz
Telefon: (0 61 31) 140 86-18
Fax: (0 61 31) 140 86-40
E-Mail: info-rhn@arbeit-und-leben.de

Bildungsurlaub als:

Gesellschaftspolitische Bildung

Als Bildungsurlaub antragsfähig in:

Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein, und nach Sonderurlaubsverordnung §9 für Bundesbeamt*innen

Leitung

Edgar Wagner (u.a. ehem. Richter am Verwaltungsgericht in Mainz, Leiter des Wissenschaftlichen Dienstes des rheinland-pfälzischen Landtags, rund 2 Jahre Experte für die EU in Albanien)

Kosten

DZ 490,-€ p.P. / EZ 697,-€ p.P.

Anzahlung

98,-€

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Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

    Doris Budian

    Bildungskoordinatorin