Retterinnen und Retter im Mittelpunkt – Erfolgreiche Zwischenbilanz im Projekt FAIR

Seit 2018 unterstützt ARBEIT & LEBEN gGmbH zwei Rettungsdienst betreibende Verbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bei der Entwicklung lebensphasenorientierter Arbeitszeitmodelle. Anfang März wurden in einer gemeinsamen Veranstaltung unter Beteiligung der Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, des DRK-Vorstandes Manuel Gonzalez sowie ca. 70 Expert*innen aus der Praxis erste Ergebnisse vorgestellt.

Dort, wo die Notfallsanitäter*innen der DRK-Rettungswache Mainz normalerweise auf ihre Einsätze warten, waren Anfang März Stuhlreihen, Stehpulte und Mikrofone aufgebaut. ARBEIT & LEBEN gGmbH hatte zusammen mit der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH und der DRK-Rettungsdienst Westpfalz GmbH eingeladen, um die ersten Ergebnisse des Projektes „FAIR – Flexible Arbeitszeitmodelle im Rettungsdienst“ vorzustellen. Der Einladung waren ca. 70 Gäste aus verschiedenen Rettungsdienst betreibenden Verbänden, darunter auch Vertreter*innen des Malteser Hilfsdienstes und der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., gefolgt.

Ziel des Projektes ist es, durch eine stärkere lebensphasenorientierte Personalpolitik und bedarfsgenaue Arbeitszeitmodelle, die sich flexibel an die Lebens- und Berufsphasen der Beschäftigten anpassen, die Belastungen im Rettungsdienst zu reduzieren. Gesunderhaltung bis zur Rente, Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben sowie die Steigerung der Attraktivität des Rettungsdienstes als Arbeitgeber stehen dabei mit im Fokus.

Sabine Bätzing-Lichtenthäler, deren Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) das Projekt zu 100% aus Landesmitteln finanziert, sowie Manuel Gonzalez, Vorstand im Landesverband des DRK, eröffneten die Veranstaltung mit einem Grußwort.

Jörg Steinheimer, Hausherr und Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH, Ralf Marco Prinz, Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst Westpfalz GmbH, sowie Gabriele Schneidewind, Geschäftsführerin der ARBEIT & LEBEN gGmbH, erläuterten die Projekthistorie und unterstrichen dessen Beitrag zu einem ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagement. Um zukunftsfähig zu bleiben und den vielfältigen Herausforderungen der Arbeitswelt zu begegnen, sei die Schaffung guter und gesunder Arbeitsbedingungen eine zentrale Aufgabe.

Anschließend stellten Axel Gilcher, Leiter des Rettungsdienstes in der Westpfalz, und Yvonne Schaubruch, verantwortlich für Gesundheits- und Alter(n)smanagement in Rheinhessen, die (Zwischen-)Ergebnisse aus ihren Verbänden vor.
Neben verschiedenen arbeitszeitlichen Neuerungen wie beispielsweise geteilte Schichten (Job-sharing), Dienstwünsche oder Tauschbörsen wurden auch organisatorische Anpassungen vorgestellt: klare Zuständigkeiten und Kommunikationswege für verschiedene Bedarfe, ein „Kontakthalteprogramm“ für abwesende Beschäftigte, Informationsangebote für verschiedene Lebensphasen (Elternschaft etc.) oder spezielle Unterstützungen für Führungskräfte.

Im abschließenden Podiumsgespräch kamen verschiedene Perspektiven auf den Projektansatz zur Sprache. Betriebsräte, Dienstplaner, Beschäftigte und Wachenleitungen äußerten ihre Einschätzung und betonten auch, wie wichtig Kommunikation, Transparenz und klare Regelungen seien.

Aus Sicht der zuständigen Gewerkschaft machte Frank Hutmacher, Fachbereichsleiter von ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland, deutlich, dass das Projekt als Anstoß für die Zukunft zu werten sei, um tiefgreifende Verbesserungen für die Beschäftigten zu erreichen. Auch in den Tarifverträgen seien Änderungen so zu gestalten, dass notwendige arbeitszeitliche Flexibilisierungen ermöglicht werden.

Ende des Jahres wird ARBEIT & LEBEN gGmbH einen Praxisbericht zum Projekt erstellen. Die darin vorgestellten Ansätze und Maßnahmen können auch für andere Einrichtungen ein erster Hinweis sein, welche Strategien in der Praxis umgesetzt werden können.
Wenn Sie Interesse an einer Zusendung des Praxisberichts (per Post oder Mail) haben, können Sie sich gerne über unser Kontaktformular mit uns in Verbindung setzen.

Einen kurzen Film, der das FAIR-Projekt vorstellt, finden Sie HIER.

Einen entsprechenden Fernsehbeitrag von SWR Aktuell vom 06.03.20 finden Sie HIER.  

HIER geht es zur offiziellen Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD).