19. November 2018

Abschlussveranstaltung des Projektes "Frauen aktiv" am 12.11.18

 "In Deutschland eine Arbeit zu finden heißt Berge zu erklimmen...." 

"...heißt einen großen Fluss überqueren zu müssen.... " 

"...heißt wie ein Vogel zu sein, der im neuen Land ein Nest sucht..." 

"...braucht offene Fenster bei allen: bei den Menschen in Deutschland und bei den Geflüchteten, die kommen..." 

Mit diesen Bildern beschrieben die Teilnehmerinnen des Projektes "Frauen aktiv! Geflüchtete Frauen auf dem Weg in den Beruf" am 12.11.18 bei der Abschlussveranstaltung im Neustadt-Projekt von ARBEIT & LEBEN der Integrationsministerin Anne Spiegel ihre Erfahrungen und Erlebnisse auf ihrem Weg in die Arbeitswelt. 

Acht Frauen von jung bis alt aus Syrien, aus Afghanistan, aus dem Iran, dem Irak und Marokko erzählten den Gästen von den Hürden, die sie erleben, bevor sie die so sehr ersehnte Unabhängigkeit durch eine eigene Arbeit erlangen können. Obwohl gestandene und gut qualifizierte Frauen im Heimatland öffnen sich die Fenster der Berufstätigkeit für sie in Deutschland nur sehr langsam: viel Fleiß und Arbeit, endlose Geduld und die Kunst des Wartens müssen sie beherrschen, bis sie ein gutes Sprachniveau in Deutsch erreicht haben, bis die Anerkennung ihrer Qualifikationen vorliegt, bis Einigungen mit den Jobcentern gefunden sind, welcher Job der richtige ist. Und dann sind noch lange nicht alle Sorgen um die Familie behoben, die Gesundheit spielt nicht immer mit und die Kinder müssen trotzdem umhegt und begleitet werden... 

Aber auch von vielen guten Erfahrungen berichteten die Frauen, von Orten, an denen sie Unterstützung und verständnisvolle Hilfe gefunden haben, nicht zuletzt im Projekt Frauen aktiv, das vom Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz RLP seit Januar 2017 bis Ende diesen Jahres gefördert wurde. 

Im Austausch zwischen der Ministerin Anne Spiegel, der Geschäftsführerin von ARBEIT & LEBEN Gabriele Schneidewind und den Gästen aus Jobcenter, Arbeitsagentur, Weiterbildungseinrichtungen, IHK und HWK und verschiedenen Unternehmen wurden einige strukturelle Hürden benannt, die noch zu bearbeiten sind, um die Wege insbesondere für Frauen in die Berufstätigkeit zu erleichtern. Dazu gehörte insbesondere der Wunsch nach mehr Kenntnis, Kooperation, Vernetzung und auch Vertrauensarbeit unter den Unterstützungs- und Förderangeboten, einbezogen die wichtigen Behörden wie Arbeitsverwaltungen und Ausländerbehörde, um Barrieren und Umwege abzubauen. 

Auch häufiger Personal- und Zuständigkeitswechsel bei den Behörden wurden als Probleme benannt, genauso wie eine Flut von Gesetzesänderungen, die das Personal in seinen Entscheidungen belastet. 

Anwesende Unternehmensvertreterinnen wünschten sich weniger Bürokratie beim Berufseinstieg und unterstützende Projekte, damit interessierte Bewerberinnen und aufgeschlossene Unternehmen schneller und erfolgreich zusammen kommen."Aber auch Unternehmen sollten öffentlich mit gutem Beispiel voran gehen, das fehlt mir noch." ergänzte eine Unternehmensvertreterin. 

Mehr Möglichkeiten, Schulabschlüsse nachzuholen wurden vermisst und auch die Struktur der Sprach- und Deutschförderung im Einzelnen kritisiert. 

Viel Expertise und Erfahrung kamen an diesem Nachmittag zusammen, die in einem aufgeschlossenen Gespräch und bei leckeren Häppchen ausgetauscht wurden. 

"Ich danke Ihnen für die Einladung", so schloss die Ministerin das Gespräch, "und nehme sehr viele wichtige Anregungen für meine Arbeit von hier mit. Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen, dass Sie die verdiente Anerkennung und den Respekt für Ihre Anstrengungen und auch als Menschen bekommen und Ihre Ziele und Wünsche in Erfüllung gehen!" 

 

Fotos: Rainald König, ARBEIT & LEBEN RLP gGmbH

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