Gendersensible Berufsorientierung

Gendersensible Berufsorientierung - Training und Coaching

Rheinhessen 2016

Gute Fachkräfte sind Menschen, deren Berufe optimal zu ihren Kompetenzen und zu ihrem positiven Selbstbild passen. Fachkräftesicherung kann erreicht werden, wenn sich Menschen für den „richtigen“ Beruf entscheiden.

Berufliche Orientierung und die Wahl eines geeigneten Berufes ist für junge Menschen eine der besonderen Herausforderungen im Übergang Schule – Beruf. Umso mehr ist die Unterstützung durch Eltern, Freunde/innen, Berater/innen und Lehrkräfte vonnöten.

Der Blick auf die Tabelle der beliebtesten Ausbildungsberufe, die junge Männer und Frauen in 2012 gewählt haben, zeigt nach wie vor ein geschlechtsstereotypes Verhalten bei der Wahl von Berufen. Diese Unterschiede in der Berufswahlorientierung von Männern und von Frauen beruhen auf einem komplexen Zusammenspiel von strukturellen, (sozio)kulturellen, institutionellen, familiären und individuellen Faktoren. Sie haben einen maßgeblichen Einfluss darauf, welcher Beruf gewählt wird und wie sehr die Berufswahl durch Geschlechterstereotype geprägt ist. 

Junge Menschen können jedoch im Berufswahlprozess ihre Wahrnehmungen verändern und sich neue Handlungsoptionen aneignen. Sie können die „Normalität" in Frage stellen und anders leben, sich nicht den geschlechtsspezifischen Erwartungen entsprechend verhalten und z.B. ihren Beruf passend zu ihren Kompetenzen auswählen. 

Das Sichtbarmachen vielfältiger Lebensweisen verbunden mit der Wahrnehmung und Hinterfragung des „Normalen“ und des „Anderen“ ist die Grundlage einer gendersensiblen, Differenzen berücksichtigenden und reflektierenden Berufsorientierung. Diese setzt sich sehr intensiv mit den Themen Gender, Rollenzuschreibungen und Berufswahlverhalten auseinander. 

Mit dem Trainingskonzept von ARBEIT & LEBEN gGmbH wurde Lehrkräften, Berufsberatern/innen der Kammern und der Agentur für Arbeit sowie pädagogischen Fachkräfte ein Angebot zur Erweiterung ihrer Beratungskompetenzen gemacht. Mit dem Ziel:

  • die eigene Haltung bezogen auf die Wahrnehmung und Wertung von Differenzen und Gemeinsamkeiten zu überprüfen,
  • die Berufsorientierung als Prozess zu verstehen, der den gesellschaftlichen sowie sozialen Kontext und die Geschichte des Individuums berücksichtigt,
  • die eigene Methodenkompetenz zur gendersensiblen Berufsberatung für Schüler/innen zu erweitern, neue Methoden kennen zu lernen, diese zu erproben und zu reflektieren,
  • Einblicke in eine praktische Tätigkeit zu erhalten, die ggf. das persönliche Beratungsverhalten verändern können (an Motoren schrauben, Zementsäcke schleppen, an der Werkbank feilen – welche persönlichen Tätigkeitsbilder habe ich und welche persönlichen Stolpersteine in der Begleitung Jugendlicher ergeben sich für mich daraus?) und
  • sich mit den Fachkräften der Region aus zu tauschen und zu vernetzen.

Angeboten wurde:

ein dreitägiges Training in Rheinhessen sowie ein Praxistag in einer Werkstatt.

Laufzeit:

01.11.2015 - 31.12.2016

gefördert durch:
 

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