16. August 2016

Ministerin Anne Spiegel auf Sommerreise bei ARBEIT & LEBEN

Hohen Besuch konnte Gabriele Schneidewind, die Geschäftsführerin von ARBEIT & LEBEN Rheinland-Pfalz, am Freitag dem 12.8.2016 in ihrem interkulturellen Stadtteilprojekt Neustadt-Projekt empfangen:

Auf ihrer Sommerreise machte Anne Spiegel, Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz in der Mainzer Neustadt Halt und ließ sich vor Ort über die Arbeitsschwerpunkte der Organisation und die Projekte, die ihr Haus mit fördert, informieren.

Dazu gehören die Projekte „Kompetenzstelle Entgeltgleichheit“, „Gendersensible Berufsorientierung“, „Laiendolmetscherpool“ und eben die interkulturelle Stadtteileinrichtung „Neustadt-Projekt“.

Im offenen und anregenden Austausch zwischen der Ministerin und der MdB Tabea Rössner sowie dem stellvertretenden Ortsvorsteher Mainz-Neustadt Thorsten Lange wurden alle Projekte angesprochen und in ihrer innovativen Bedeutung diskutiert:

Es bestand Einigkeit, dass im Bereich der gleichen Entlohnung für Frauen und Männer noch viel Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit bei den Arbeitsmarktakteur/innen geleistet werden muss. Für die Berufsorientierung wurde festgehalten, dass es nicht einfach um einen Wechsel der Mädchen in einen sogenannten „Männerberuf“ geht und umgekehrt. Vielmehr verfolgt dieses Projekt das Ziel, in der berufsorientierenden Beratung die individuellen Stärken und Ressourcen jeder und jedes Jugendlichen in ihrer ganzen Vielfalt in den Blick zu nehmen und darauf aufbauend die Berufswahl zu begleiten.

Auf die zunehmenden Bedarfe im Feld des Dolmetschens durch die steigenden Zuwandererzahlen antwortet das Projekt „Laiendolmetscherpool“, in dem ARBEIT & LEBEN seit Herbst 2015 bis heute 93 Laiendolmetscher/innen akquirieren konnte. Diese kamen 2016 bisher bei rund 500 Einsätzen in Beratungsgesprächen bei der Ausländerbehörde, dem Jobcenter, der Agentur für Arbeit, aber auch in Arztpraxen, Banken oder Schulen und Kindergärten zum Einsatz.

Zuletzt kam noch das Mainzer „Neustadt-Projekt“ zur Sprache, in dem seit über 30 Jahren wöchentlich bis zu 200 Personen Unterstützung und Rat finden, Treffpunkte und Hausaufgabenbetreuung nutzen. Es bestand Einigkeit darüber, dass es diese Art von Projekten sind, die hier gemeinsam mit der Stadt Mainz finanziert werden, die unerlässlich sind, weil sie Integration vor Ort leisten.

Gabriele Schneidewind kritisierte in diesem Zusammenhang Mittelkürzungen für das Projekt und sagte: «Es ist mir unverständlich, dass man immer an denen spart, die es am nötigsten haben.»

Die Ministerin verwies auf Einsparvorgaben für ihr Haus, kündigte aber an, dass sie bei den anstehenden Haushaltsberatungen im Kabinett für die Finanzierung von Integrationsprojekten kämpfen werde: «Es kann sein, dass man versucht, mich zu rupfen, aber ich werde mich nicht rupfen lassen.»

Im Interesse der Teilnehmer/innen und Nutzer/innen solcher Projekte wünschen wir Ministerin Anne Spiegel viel Erfolg bei ihrem Vorhaben.

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